(Bild: hyundaimotorgroup)

Das Anmieten einer Wohnung in Korea unterscheidet sich in vielen Punkten zu den Punkten, die wir hier in Deutschland bei einer Anmietung haben. Hier sind die folgenden Punkte.

Das Jeonse Mietsystem

Bei dem Jeonse Mietsystem wird eine kleine Kaution bei der Anmietung fällig, wobei dafür die Monatsmiete sehr sehr teuer ist. Der Zinsbetrag der Kaution wird nach Beendigung des Mietverhältnisses dann nicht an den Mieter ausbezahlt, sondern bleibt beim Vermieter und der Mieter erhält die ursprüngliche Kaution in voller Höhe zurück.

 

Das Wolse Mietsystem

Bei diesem System werden 10 Monatsmieten bis zu 3 Jahren als Kaution hinterlegt, wodurch die Monatsmiete sehr gering bis gar nicht mehr vorhanden ist. Auch hier werden die Zinsen der Kaution vom Vermieter einbehalten. Im gewerblichen Bereich wird dieses Modell am meisten genutzt. Dieses Mietsystem stammte aus der Zeit, wo es in den koreanischen Banken sehr gute Zinsen gab und es so lukrativer für den Hausbesitzer war, als die monatlichen Mieten.

 

Makler

Viele in Deutschland vermeiden es, mit einem Makler eine Wohnung zu suchen. Anders als in Korea. Hier wird überwiegend nur mit Maklern gesucht. Koreanische Makler sind in den jeweiligen Bezirksverwaltungen registriert, wodurch sie nicht bezirksübergreifend Wohnungen anmieten bzw. vorstellen können. Die Maklergebühr wird von der Bezirksverwaltung festgelegt und nicht von diesem selbst.

 

Wohnung finden

Apps:  Die bekanntesten Apps, die bei der Wohnungssuche genutzt werden sind Dabang (다방) und Jibbang (집방). Sollte dir hier eine Wohnung gefallen, werden dir gleich die Kontaktdaten des jeweiligen Maklers angezeigt.

Craigslist: Wer eher in einer WG leben möchte ist hier gut aufgehoben. Auf Craigslist gibt es eine Menge WG-Angebote und man spart sich hierbei auch die Kosten für den Makler.

 

Mietvertrag

Der Mietvertrag wird vom Maklerbüro, Makler, Hausbesitzer und vom Mieter unterschreiben. Zu dem Mietvertrag bekommt man auch ein Dokument worin festgehalten wird, wie die finanzielle Lage des Vermieters zum Zeitpunkt der Unterschrift ist, oder ob dieser Schulden hat. Im Mietvertrag wird auch die Höhe der Vermittlergebühr des Maklers festgehalten.

 

Wohnmöglichkeiten

(Bildquelle : alicerealty.net)

Apartment: Apartments sind von allen Möglichkeiten meist die größere und schönere Variante, aber auch die teuerste. Hier muss man auch komplett die Inneneinrichtung selber auftreiben.

(Bildquelle : commons.wikimedia.org)

Officetel: ist die kleinere Version eines Apartments und auch günstiger. Der Vorteil hierbei ist, dass diese meist schon fast komplett fertig eingerichtet sind. Sie werden auch oft eben auf Grund der Größe für WGs genutzt.

(Bildquelle: casita.com)

Oneroom: Was der Name schon verrät sind dies Einzimmerwohnungen. Da sie sehr günstig sind, sind das bei Stunden die beliebteste Unterkunft. Hierbei sollte man aber drauf achten, dass es keine sehr alten sind.

(Bildquelle:h stock.adobe.com)

Villa: wer jetzt gedacht hat, hierbei handelt es sich um eine riesen Luxusvilla mit Pool im Garten, den muss ich leider enttäuschen. Villa werden in Korea alte Gebäude genannt. Diese sind meist größer als Onerooms, allerdings fehlt hier oft die Ausstattung, Komfort und leider auch oft Sauberkeit.

(Bildquelle: koreabyme.com)

Goshiwon: Goshiwons sind wohl die kleine Variante in der man in Korea wohnen kann. Es passen nur ein Bett und ein Tisch hinein. Die meisten sind grade mal 10 Quadratmeter groß. Bei den “Luxus” Goshiwons hat man auch noch eine Klodusche, ansonsten teilt man sich das Bad mit den anderen Mietern. Wer also so gut wie nie zuhause ist und es kein Problem ist, sich ein Bad zu teilen, ist dies wohl die beste Wahl. Hier kann man auch Glück haben, besonders als Ausländer, das man vom Vermieter mit Reis und Kimchi versorgt wird.

Was sollte man bei der Unterkunft beachten?

Wer nicht so auf krabbelnde Mitbewohner steht, sollte bei der Besichtigung sehr genau hinschauen. Vor allem Kakerlaken sind in Korea mehr als genügend vorhanden. Besonders in Schränken sollte nachgesehen werden. Sollte es schon in der Wohnung sehr stark nach Pestizid riechen, kann man schon davon ausgehen das es definitiv krabbelt. Am besten entscheidet man sich für das Mittelgeschoss, da Wohnungen im Erdgeschoss, Keller und im Dach am meisten davon betroffen sind.

Ebenso solltet ihr wirklich zu den Besichtigungen gehen und nie eine Wohnung blind mieten, da die Fotos der Wohnung im perfekten Winkel gemacht werden, da diese auf den Bildern weit aus größer erscheint als sie dann in Wirklichkeit ist.

Wer ein Goshiwon möchte: man bekommt dort neben Reis und Kimchi manchmal auch 1 bis 2 Sorten Ramen, Eier, Kaffee, Tee und sogar Brot kostenlos dazu, was einen den ein oder anderen Euro sparen lässt.

Kann ich selber übers Heizen entscheiden? In Korea gibt es ausschließlich Fußbodenheizung, was sehr teuer werden kann. Vor allem wenn die Isolierung in älteren Gebäuden nicht gegeben ist. Deshalb entscheiden in Goshiwons meist die Hausbesitzer übers Heizen.

Ob die Wohnung eine Klimaanlage besitzt, darauf sollte nach meiner Meinung nach sehr sehr geachtet werden. Sonst geht ihr im Sommer ein. Vor allem im Hochsommer ist es einfach nur unerträglich. Auch hier solltet ihr nachfragen, wer diese kontrolliert oder ob ihr selber darüber entscheiden könnt.

 

By Elli

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