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(Bild: IMdB)

Wenn man über K-Pop redet, darf eine Gruppe nicht fehlen: Seo Taiji & Boys. Das Trio gilt als Begründer des K-Pop, wie wir das Genre heute kennen und lieben.

Die Gruppe bestand aus den drei Mitgliedern Seo Taiji, Yang Hyun-suk und Lee Juno. Noch bevor sie sich zusammentaten, waren sie bereits in der Musikindustrie aktiv. Seo Taiji war bis zu deren Auflösung 1991 Bassist der Metal-Band Sinawe. Yang Hyun-suk (richtig, heute kennt man ihn vor allem als Gründer von YG Entertainment) war Tänzer. Er wurde von Seo Taiji kontaktiert, weil dieser Tanzen lernen wollte. Nachdem Yang aber Seos Musik gehört hatte, wollte er sich ihm anschließen. Schließlich rekrutierten sie auch noch Lee Juno, der sich zu dieser Zeit bereits einen Namen als Tänzer gemacht hatte.

Am 23. März 1992 veröffentlichte das Trio ihr Debütalbum „Seo Taiji & Boys“ mit den beiden Titeltracks „I Know (난 알아요)“ und „You, in the Fantasy (환상 속의 그대)“. Gute zwei Wochen später, am 11. April 1992, präsentierten sie sich das erste Mal in einer TV-Show. Anschließend schrieben sie – mit ihrer Musik, ihren Auftritten, ihrem Stil – Musikgeschichte.

Bis zum Anfang der 1990er war der Trot, dessen Wurzeln wahrscheinlich im japanischen Enka liegen, das vielleicht beliebteste und verbreitetste populäre Musikgenre in Südkorea. Seo Taiji wandte sich jedoch der westlichen populären Musik zu und experimentierte mit den verschiedensten Genres wie Hip-Hop, Rock, Heavy Metal und Jazz. So ist der Song „I Know (난 알아요)“ nicht nur vom Beat des New Jack Swing inspiriert, sondern gehört auch zu den ersten koreanischen Liedern mit Rap-Strophen.
Auch wenn die Jury von Seo Taiji & Boys erstem Auftritt nicht überzeugt war, die junge koreanische Generation feierte das Trio und ihre Musik um so mehr und „I Know (난 알아요)“ hielt sich 17 Wochen auf dem ersten Platz der koreanischen Charts.

Für die nächsten vier Jahre schwamm das Trio auf einer unglaublichen Welle des Erfolgs. Sie veröffentlichten insgesamt fünf Studioalben mit einem Hit nach dem anderen. Zusätzlich zu dem neuen Genre-Mix ihrer Musik, begannen Seo Taiji & Boys auch, ihr Aussehen und ihre Auftritte zu revolutionieren – was nicht immer unbedingt gut ankam. So wurde 1993 einer ihrer Auftritte bei einem der nationalen Sender gecancelt, weil sie unter anderem Ohrringe und zerrissene Jeans trugen.

Seo Taiji, der vor allem die Lyrics für die Gruppe schrieb, ging es in seinen Texten häufig um die sozialen und politischen Belange der Jugend, wie zum Beispiel das erdrückende Bildungssystem in Korea oder die schlechten wirtschaftlichen Aussichten. Dies brachte der Gruppe sehr viel Kritik ein und auch in dieser Hinsicht versuchten man, ihnen, unter anderem durch Zensur der Texte, Einhalt zu gebieten. Bei dem Song „Regret of Times“ sollten Zeilen abgeändert werden, die die Regierung kritisierten. Seo Taiji weigerte sich und nahm für das vierte Album, für das der Song bestimmt war, nur eine Instrumentalversion davon auf. – Doch nun gingen die vielen, vielen jungen Fans der Gruppe auf die Barrikaden. Und es ist wohl unter anderem ihrer heftigen Gegenreaktion zu verdanken, dass das System der „Vorzensur“, dass es damals eben noch gab, 1996 abgeschafft wurde. „Regret of Times“ wurde nur kurze Zeit später noch mal als Single-Album – dieses Mal mit den Lyrics – veröffentlicht.

Seo Taiji & Boys löste sich im Januar 1996 auf, doch bis dahin hatten sie die koreanische Musikindustrie bereits revolutioniert. Nicht nur initiierte das Trio die Vermischung von koreanischer und westlicher Musik, sondern die drei waren auch die ersten, die das Tanzen zu einem vorherrschenden Element ihrer Auftritte machten. Ihre Musik, ihr Stil, ihre Art wurde nicht nur von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Südkorea gefeiert, sondern es gab auch bereits erste Fans im Ausland. Es war der Beginn der koreanischen Welle („Hallyu“).
Zudem hatte nun auch endlich die Musikindustrie die koreanische Jugend für sich entdeckt und die ersten Label wie SM Entertainement, YG Entertainment und DSP Entertainment begannen, Boy- and Girlgroups nach dem Vorbild von Seo Taiji & Boys zu formen.

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